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Erstes Date am Christkindlmarkt? Was dafür spricht - und was dagegen

4. Dezember 2025

Ab Ende November schlägt jeder zweite Mensch dasselbe vor: „Gehen wir auf einen Punsch?" Und ehrlich, der Vorschlag hat etwas. Lichter, Zimt, kalte Nase, warme Häferl. Trotzdem würde ich es nicht uneingeschränkt empfehlen.

Was am Christkindlmarkt gut funktioniert

Man steht nebeneinander, nicht gegenüber. Das nimmt Druck weg. Es gibt automatisch etwas zu tun - anstellen, zahlen, Pfand zurückgeben, sich durch die Menge schieben - und daher entstehen von selber Pausen, die nicht peinlich sind.

Außerdem gibt es einen natürlichen Ausstieg. Wenn es nicht passt, ist man nach vierzig Minuten durchgefroren und geht heim. Niemand muss ein Hauptgericht überstehen.

Und man sieht ziemlich schnell, wie jemand tickt. Drängelt er sich vor? Bedankt er sich bei der Frau, die den Punsch ausschenkt? Schaut er, ob Sie mitkommen, wenn es eng wird? Das sind kleine Sachen. Sie sagen viel.

Was dagegen spricht

Erstens: die Lautstärke. Am Rathausplatz an einem Freitagabend im Advent versteht man ungefähr jedes dritte Wort. Man nickt viel und lächelt viel und weiß hinterher nichts.

Zweitens: der Punsch. Zwei Häferl klingen harmlos, sind aber bei Kälte und leerem Magen mehr, als man denkt. Und ein erstes Date, an das man sich nur unscharf erinnert, hat den Zweck verfehlt.

Drittens: die Kulisse macht alles schöner, als es ist. Wer im Lichterglanz zwischen Bratapfelduft und Kinderlachen steht, hält sein Gegenüber automatisch für sympathischer. Das rächt sich beim nächsten Treffen im November-grauen Kaffeehaus.

Der bessere Plan

Machen Sie den Markt zum zweiten Teil, nicht zum ganzen Abend.

Treffen Sie sich vorher eine Stunde irgendwo, wo man sich hört. Ein kleines Kaffeehaus, eine ruhige Bar, meinetwegen die Wärmestube in einem Museum. Dort reden Sie. Und dann, wenn es passt, gehen Sie noch eine Runde über den Markt.

Dann haben Sie beides: ein echtes Gespräch und eine schöne halbe Stunde danach. Und falls das Gespräch nichts war, ersparen Sie sich die Runde.

Welcher Markt für welchen Zweck

Nicht alle sind gleich. Das ist keine Kleinigkeit.

  • Der Rathausplatz ist groß, laut und voller Reisegruppen. Gut, wenn man Trubel mag. Schlecht für Gespräche.
  • Am Spittelberg wird es zwischen den Biedermeierhäusern schnell eng, aber es ist deutlich stimmungsvoller. Meine persönliche Empfehlung, wenn man unter der Woche geht.
  • Der Markt vor der Karlskirche ist kleiner, es gibt Stroh und Ziegen und weniger Kitsch.
  • Und in Salzburg, Graz oder Innsbruck gilt dasselbe Prinzip: der kleinere Markt ist fast immer der bessere.

Die Uhrzeit macht den Unterschied

Freitag und Samstag ab sechs ist auf jedem größeren Markt Hochbetrieb, und Hochbetrieb heißt: anstellen, drängeln, schreien. Für ein erstes Treffen ist das ungefähr die schlechteste Variante.

Gehen Sie unter der Woche, am besten Dienstag oder Mittwoch, und am besten gegen vier oder halb fünf. Dann ist es gerade dunkel geworden, die Lichter wirken, und man kann noch normal reden. Um sechs ist es dann voll, aber da sind Sie schon warm geredet und können weiterziehen oder heimgehen.

Wer das einmal ausprobiert hat, macht es nie wieder anders. Der Advent gehört unter der Woche den Einheimischen, und das ist ein ziemlich unterschätztes Privileg.

Kleinigkeiten, die den Abend retten

Ziehen Sie sich wärmer an, als Sie glauben. Nichts ist unromantischer, als vor Kälte die Zähne zusammenzubeißen, während man versucht, interessiert zu wirken.

Nehmen Sie Bargeld mit. Nicht jeder Stand nimmt Karte, und an der Kassa herumzufummeln ist unnötiger Stress.

Und übernehmen Sie einfach die erste Runde, ohne ein Ding daraus zu machen. Vier Euro fünfzig sind kein Machtspiel.

Woran Sie merken, dass es gut läuft

Am Christkindlmarkt gibt es einen ziemlich verlässlichen Indikator, und der heißt: Wer schlägt vor, noch eine Runde zu gehen?

Wenn nach dem ersten Häferl beide gleichzeitig nicht heimwollen, ist das ein besseres Zeichen als jedes Kompliment. Und wenn einer sagt „mir ist kalt" und der andere sofort zustimmt, dann war es das, und auch das ist eine klare Auskunft.

Der Vorteil dieser Kulisse: Man muss nichts abbrechen. Man geht einfach in Richtung Bim und verabschiedet sich an der Haltestelle. Unkomplizierter geht ein Ende nicht.

Und wenn Sie den Advent alleine verbringen

Dann gehen Sie trotzdem hin. Ich meine das ernst. Es gibt wenig, das den Kopf so gut lüftet wie eine Runde über einen Adventmarkt am späten Nachmittag, wenn die Lichter angehen und noch nicht so viele Leute da sind.

Man muss nicht zu zweit sein, um sich an etwas zu freuen. Und der Dezember ist ohnehin eine Zeit, in der viele das Gefühl haben, sie müssten irgendetwas beweisen. Müssen sie nicht.

Ein Häferl in der Hand, ein bisschen Musik von irgendwoher, die Finger langsam wieder warm. Das ist ein guter Abend, mit oder ohne Begleitung.

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